TEST

Ja, es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses des Herrn festgegründet stehen an der Spitze der Berge, und er wird erhaben sein über alle Höhen, und alle Heiden werden zu ihm strömen. (Jesaja 2,2)

Dienstag, 26. Februar 2013

Die "Endzeitreden Jesu" - Teil 3 - Nicht ein Stein wird auf dem andern bleiben

Im letzten Post habe ich begonnen zu zeigen, wie die Voraussagen von Jesus in Mt 24, sich allesamt in der damaligen Zeit - innerhalb einer Generation - erfüllt haben. Dabei ging es als erstes um die "falschen Christusse". Bevor wir nun zum nächsten Punkt - den "Kriegen und Kriegsgerüchten" gehen - möchte ich nochmal kurz zurückblenden und eine Aussage von Jesus erklären, die er gemacht hat, bevor er die Fragen der Jünger nach dem "wann" begann zu beantworten. Es geht um die Voraussage, dass nicht ein Stein des Tempels auf dem anderen bleiben wird. Auch diese Voraussage hat sich minutiös erfüllt und sie bildet die eigentliche Grundlage zu der Schlussfolgerung, dass Jesus hier in Mt 24 nicht vom "Ende der Welt" spricht, sondern von der Zerstörung des Tempels in Jerusalem.

Nicht ein Stein 

Nachdem Jesus in Mt 23 Gericht über das Volk Israel angekündigt hatte, verließ er mit seinen Jüngern die Stadt und ging auf den Ölberg. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Jünger von der emotionalen Rede, die Jesus gerade gehalten hatte, noch ganz benommen waren. Es waren schreckliche Dinge, die der Herr da vorausgesagt hatte:

Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen werden; … (Mt 23,38) 

Während sie noch darüber nachdachten, gingen sie vom Tempel weg und blickten auf dessen riesigen Steine:

Und Jesus ging hinaus und vom Tempel hinweg. Und seine Jünger traten herzu, um ihm die Gebäude des Tempels zu zeigen. Jesus aber sprach zu ihnen: Sehet ihr nicht dieses alles? Wahrlich, ich sage euch, hier wird kein Stein auf dem andern bleiben, der nicht zerbrochen wird! (Mt 24,1-2) 

Sie konnten es nicht fassen! Dieses Gebäude soll zerstört werden? „Jesus, siehst Du nicht wie gewaltig und groß der Tempel ist. Siehst du nicht, wie riesig die behauenen Steine sind, aus denen er gebaut wurde? Und du willst uns sagen, dass dieses Haus komplett zerstört wird? Wie soll das möglich sein?“

Noch einmal kündigte Jesus die Zerstörung des Tempels an und verleiht dieser Aussage besonderen Nachdruck, indem er sagt, dass nicht ein Stein auf dem anderen bleiben würde.

Als General Titus nach der Belagerung nicht nur Jerusalem, sondern insbesondere auch den Tempel zerstörte, ordnete er an, dass dieses immense Bauwerk komplett zerstört würde. Er ließ jeden einzelnen Stein des Tempels wegtransportieren. Es ist wirklich ein großes Rätsel, warum ein Feldherr einen derart unsinnigen Befehl geben sollte, um einzig und allein damit zu erklären, dass Gott ihn benutzte, um die Prophezeiung von Jesus zu erfüllen. Schließlich wurde der Boden, auf dem der Tempel stand, komplett umgepflügt (Die Klagemauer, die heute von den Juden als Tempelmauer verehrt wird, war nie ein Teil des Tempels, der zur Zeit Jesu in Jerusalem stand). Es erfüllte sich genau so, wie Jesus es angekündigt hatte.

"Dies wurde absolut genau erfüllt, denn, nachdem der Tempel verbrannt war, ordnete Titus, der römische General, an, dass alle Steine mitsamt den Grundmauern entfernt würden, wonach Turnus Rufus den Boden umpflügte. ... diese Generation von Menschen, die zur Zeit leben, wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht - dieser Ausdruck deutet an, dass eine ganze Anzahl der Menschen schon gestorben waren, aber nicht alle. Genau so war es, denn die Stadt und der Tempel wurden neununddreißig oder vierzig Jahre danach zerstört." 
(John Wesley)

Auf dem Ölberg 

Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen; … Und Jesus trat hinaus und ging von dem Tempel hinweg; und seine Jünger traten herzu, um ihm die Gebäude des Tempels zu zeigen. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Sehet ihr nicht alles dieses? wahrlich, ich sage euch: Hier wird nicht ein Stein auf dem anderen gelassen werden, der nicht abgebrochen werden wird. Als er aber auf dem Ölberge saß, … (Mt 23,38-24,3) 

Im Grundtext gibt es keine Einteilung in Kapitel und Verse. Wenn man das Ende von Kap. 23 liest und den Anfang von Kap. 24, dann sieht man, dass es ein und dieselbe Begebenheit war. Kurz nachdem Jesus die Gerichtsandrohungen ausgesprochen hatte, zeigten sie ihm den Tempel. Er sagte, dass nicht ein Stein auf dem anderen bleiben würde, und dann setzte er sich mit seinen Jüngern auf den Ölberg. Der Ölberg liegt außerhalb von Jerusalem und man konnte von dort oben die ganze Stadt betrachten. Die Jünger saßen da mit Jesus und schauten direkt auf die Stadt und auf den Tempel hinunter. In ihren Köpfen waren immer noch die Worte von Jesus. Schließlich konnten sie Ihre Neugier nicht mehr zurückhalten und stellten ihm ihre Fragen:

Die erste Frage der Jünger 

Als er aber auf dem Ölberge saß, traten seine Jünger zu ihm besonders und sprachen: Sage uns, wann wird dieses sein, … (Mt 24,3) 

Damit sind wir wieder bei unserer Frage vom Beginn dieses Kapitels: Was meinten die Jünger mit „dieses“? Wenn wir den Zusammenhang ihrer Frage sehen, dann lautet sie ganz einfach mit anderen Worten: Wann wird Jerusalem und der Tempel zerstört werden? Nichts deutet darauf hin, dass die Jünger hier eine Frage nach dem Ende der Welt stellen. Erst in der dritten Frage erwähnen sie das Ende des Zeitalters! Wahrscheinlich war dieses von Jesus angekündigte Ereignis in ihrer Vorstellung so unfassbar, dass sie ihm apokalyptische Ausmaße zuschrieben und sich fragten, ob es eventuell mit dem Ende der Welt zu tun haben könnte. Doch zunächst fragen sie ganz einfach nach dem Zeitpunkt der Zerstörung des Tempels.

Innerhalb einer Generation 

Bevor wir die Einzelheiten der Aussagen Jesus betrachten, springen wir einmal vor zu Mt 24,34. Dort sagt Jesus:

Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles dieses geschehen ist. (Mt 24,34) 

Jesus wiederholt hier, was er schon kurz zuvor gesagt hatte:

Wahrlich, ich sage euch, dies alles wird über dieses Geschlecht kommen. (Mt 23,36) 

Natürlich stellt uns diese Aussage vor eine sehr entscheidende Frage: Wenn die angekündigten Ereignisse sich innerhalb einer Generation erfüllt haben, so wie Jesus es vorausgesagt hatte, dann kann es nicht sein, dass darin von apokalyptischen Katastrophen am Ende der Welt die Rede ist. Können wir Jesus beim Wort nehmen?

Manche Ausleger weichen hier aus und sagen, man könnte das Wort GENEA mit „Rasse“ übersetzen. Jesus würde also davon sprechen, dass die jüdische Rasse nicht vergehen würde, bevor dies alles geschehen sei. Zuallererst bedeutet das Wort GENEA niemals „Rasse“, sondern immer „Geschlecht“ oder „Generation“. Zum zweiten würde eine solche Aussage im Zusammenhang der Gerichtsandrohungen Jesus absolut keinen Sinn machen.

Als weitere Möglichkeit wird gesagt, dass die Generation, die all diese Ereignisse (die von Jesus in Mt 24 beschrieben werden) sehen wird, nicht vergeht. – Erstens passt das nicht zur Aussage von Mt 23 und die Aussage in Mt 24 wäre sinnlos: „Dies alles wird geschehen, und die Generation, die dies alles sieht, wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen ist.“ Es wäre eine völlig unnötige Bemerkung, denn die Generation, die all dies sieht, würde natürlich nicht vergehen, bis sie all dies gesehen hat. NEIN! Wir müssen Jesus hier wörtlich nehmen ….

"Ich fordere jeden heraus, meine Aussage als Lüge zu entlarven, wenn ich sage, dass die ganze Jüdische Nation zerstört wurde in weniger als einer Generation später, nachdem Jesus gelitten hat. Denn es waren, so glaube ich, 42 Jahre von der Kreuzigung bis zur Zerstörung Jerusalems." 
(Origines von Alexandria)

Im Laufe des nächsten Abschnittes werde ich aufzeigen, dass alle Dinge, die Jesus als Zeichen für das bevorstehende Gericht – nämlich die Zerstörung Jerusalems – anführt, sich minutiös innerhalb dieser 40 Jahre erfüllt haben. Jesus spricht also nicht von apokalyptischen Geschehnissen am Ende der Welt, sondern von den Dingen, die im Zusammenhang mit der Zerstörung Jerusalems 70 n.Chr. geschahen.

Fortsetzung folgt ... - zurück zu Teil | 1 | 2 |

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