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Ja, es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses des Herrn festgegründet stehen an der Spitze der Berge, und er wird erhaben sein über alle Höhen, und alle Heiden werden zu ihm strömen. (Jesaja 2,2)

Dienstag, 6. September 2011

Wer hat Angst vor’m freien Markt?

Wir leben in einem Land, in dem Meinungs- und Religionsfreiheit hoch angesehen werden. Auch auf unsere Presse- und Reisefreiheit sind wir stolz. Beim Recht, freien Handel zu betreiben, sind wir jedoch skeptisch. So auch mein Onkel Heinz. Jeder Wirtschaftsboss ist für ihn ein Krimineller. „Die Drecksäck da obbe mache doch, was se wolle. Un de klaane Mann guckt mim Arsch uff die Uhr.“ Heinz ist fünfundfünfzig Jahre alt, Kfz-Mechaniker und Gewerkschaftsmitglied. Seit ich denken kann, ärgert er sich grün, wählt rot, ist abends blau und arbeitet nebenbei schwarz. Ein bunter Hund. Dreimal im Jahr streift er sich eine Mülltüte über, stellt sich mit einer Rassel vor die Tore seines Arbeitgebers und ruft mit seinen Genossen Parolen, die man leider nicht verstehen kann, weil die meisten seiner Mitstreiter eine Trillerpfeife im Kehlkopf implantiert haben. Eigentlich sind die Forderungen der Gewerkschaften seit dreißig Jahren die gleichen: mehr Geld, weniger arbeiten. „Mir fordern mehr Prozende – mit fuffzisch in die Rente!“